Regulatorische Beratung und Koordination

Antragsweg vor Erstellung der Formulare festlegen

Prüfpflichten und Nachweise sind vor einer Beauftragung zu klären.

Die Begleitung einer Medizinprodukte-Zulassung in Südkorea beginnt mit einem berechtigten koreanischen Antragsteller, der richtigen Anzeige-, Zertifizierungs- oder Genehmigungsroute und einer produktgenauen technischen Akte. Eine EU-CE-Kennzeichnung oder US-FDA-Freigabe wird nicht einfach übertragen.

Antragsweg vor Erstellung der Formulare festlegen

Gewöhnliche Medizinprodukte werden nach dem MFDS-System in die Risikoklassen I–IV eingeteilt. Der Weg hängt vom konkreten Produkt ab: Nicht alle Produkte der Klasse II durchlaufen dasselbe Verfahren. Koreanischen Produktcode, Zweckbestimmung und Sonderregeln vorab prüfen.

ProduktfallZu prüfender AusgangswegEntscheidender Prüfpunkt
Gewöhnliche Klasse IIn der Regel Produktanzeige nach dem einschlägigen VerfahrenKlassifizierung und mögliche Ausnahmen bestätigen.
Gewöhnliche Klasse IIMeist NIDS-Zertifizierung; teilweise MFDS-GenehmigungNeuartigkeit, klinische Nachweise und MFDS-Vorbehalte prüfen.
Gewöhnliche Klassen III–IVMFDS-Produktgenehmigung mit technischer Prüfung, soweit erforderlichNachweisweg und Bedarf klinischer Daten vor Einreichung klären.
IVD oder digitales MedizinproduktZuerst eigenständigen Rechtsrahmen für IVD bzw. digitale Produkte prüfenAllgemeine Formulare und Regeln nicht ungeprüft übernehmen.

Die Vorprüfung ist keine behördliche Einstufungsentscheidung. Für digitale Medizinprodukte wurden am 27. Juli 2026 aktualisierte koreanische Vorschriften veröffentlicht; der geltende koreanische Text geht älteren englischen Übersichten vor.

Antragsteller und Verantwortlichkeiten bestimmen

Ein Dienstleister kann die Akte bearbeiten, ist aber nicht automatisch antrags- oder genehmigungsberechtigt. Bei ausländischen Herstellern sind die Rolle des koreanischen Importeurs/Lizenzinhabers und die entsprechende Gewerbegenehmigung zu prüfen.

BeteiligterZu bestätigende Verantwortung
Ausländischer HerstellerLiefert technische Nachweise, Produktkonfiguration, Standort- und QMS-Unterlagen; beantwortet Fachfragen und gestattet die Dossiernutzung.
Koreanischer Antragsteller / Importeur / LizenzinhaberPrüft Berechtigung und Lizenzen, steuert die amtliche Einreichung und Behördenkommunikation und erfüllt lokale Pflichten.
AntragsdienstleisterErstellt koreanische Formulare und Nachweisverzeichnis, koordiniert Nachforderungen und dokumentiert Entscheidungen; klärt die Vertretungsbefugnis.

Nach MFDS können gewerbliche Herstellungs-/Einfuhrlizenz und Produktlizenz parallel bearbeitet werden. Daraus folgt keine Verkaufsberechtigung vor Erfüllung sämtlicher einschlägiger Voraussetzungen.

Dossierübergabe: sechs Nachweispakete

Vor dem Antrag ist ein versionskontrolliertes Verzeichnis für die betroffenen Modelle, Varianten und Fertigungsstandorte anzulegen:

  • Produktidentität: vorgeschlagener koreanischer Code, Zweckbestimmung, Indikationen, Modelle, Zubehör und Bilder.
  • Technische Beschreibung: Funktionsprinzip, Aufbau, Materialien, Spezifikationen und Gebrauchsanweisung.
  • Sicherheit und Leistung: Prüfberichte, angewandte Normen, Risikoanalyse und Lücken gegenüber koreanischen Anforderungen.
  • Klinische/analytische Evidenz, soweit einschlägig: Gleichwertigkeitsbegründung oder zusätzlicher Nachweisbedarf; ausländische Zulassung befreit nicht automatisch.
  • Qualitäts- und Geschäftsunterlagen: Hersteller und Standorte, einschlägiger koreanischer GMP-Weg sowie Nachweise des Antragstellers.
  • Koreanische Einreichungsunterlagen: Antragsdaten, Kennzeichnung, Anleitungen und mit Quellen abgeglichene Übersetzungen.

Diese Vorbereitungsliste bedeutet nicht, dass alle sechs Pakete für jedes Produkt der Klassen I–IV in gleicher Form vorgeschrieben sind. Die Anlagen richten sich nach dem konkreten Weg.

Einreichungsablauf und Entscheidungspunkte

Die Einreichung ist mit einem verantwortlichen Entscheider je Prüfstufe nachvollziehbar zu organisieren:

  1. Zweckbestimmung, Modelle und Rechtsrahmen festschreiben und Antragsteller/Lizenzinhaber schriftlich bestimmen.
  2. Klasse und Anzeige, NIDS-Zertifizierung oder MFDS-Genehmigung bestätigen; GMP- und klinische Prüferfordernisse klären.
  3. Verknüpftes koreanisches Dossier erstellen, Modellbezeichnungen und Nachweisdaten abgleichen, wesentliche Lücken schließen.
  4. Durch den berechtigten Antragsteller im maßgeblichen amtlichen Verfahren einreichen; Eingangsbestätigung und Dateistand sichern.
  5. Behördenfragen protokollieren, Fachverantwortliche benennen, kontrollierte Ergänzungen einreichen und die Entscheidung mit dem beantragten Umfang vergleichen.

Eine elektronische Eingangsbestätigung ist keine Genehmigung. Produktentscheidung, QMS-Prüfung und Gewerbelizenz können unterschiedlichen Stellen und Abhängigkeiten unterliegen.

Häufige Gründe für Nachforderungen und Verzögerungen

Der Dienstleistungsvertrag sollte festlegen, wer die folgenden Risiken beseitigt:

  • Falscher Code oder überholte Zweckbestimmung nach Designänderung → Einstufung und Antragsumfang erneut prüfen.
  • Abweichende Modelle und Standorte in Formularen, Zertifikaten und Prüfungen → Produktmatrix abgleichen.
  • Fehlende Sicherheits-, Leistungs- oder klinische Begründung → Lückenanalyse statt Verweis allein auf ausländische Freigaben.
  • KGMP-Unterlagen passen nicht zu Standort und Antragsteller → Prüfweg und Dokumentenverantwortung klären.
  • Unbeantwortete Behördenfragen oder unkontrollierte Übersetzungen → Fragenregister und Freigabe koreanischer Änderungen führen.

Genehmigungsstatus nach der Einreichung erhalten

Die Arbeit endet nicht mit der Entscheidung. Jede geplante Änderung ist mit dem genehmigten Produktumfang und den geltenden koreanischen Regeln abzugleichen.

  • Änderungen an Zweckbestimmung, Leistungsangaben, Materialien, Software, Modellen, Standorten und Kennzeichnung vor Umsetzung verfolgen.
  • Prüfen, ob Änderungsantrag, neue Einreichung, Anzeige oder andere Maßnahme nötig ist; intern kleine Änderungen können für MFDS relevant sein.
  • Anwendbare KGMP/QMS-Pflichten, Marktüberwachung, Beschwerden, Vorkommnismeldungen und Rückrufverfahren einhalten.
  • Genehmigungsumfang, eingereichtes Dossier, Behördenverkehr und Begründungen späterer Entscheidungen aufbewahren.

Leistungen einer ausführenden Antragsbegleitung

Für eine Dienstleistung zur koreanischen Antragsabwicklung sind prüfbare Ergebnisse statt Genehmigungsversprechen zu vereinbaren:

  • Verfahrensvermerk mit vorgeschlagener Klasse, Rechtsrahmen, Antragsteller und offenen Annahmen.
  • Nachvollziehbares Dossierverzeichnis und koreanischer Antrag samt Verantwortungs- und Übersetzungsprüfung.
  • Einreichungsbelege, Fragen-/Antwortenregister, Versionsverlauf und abschließende Entscheidung.
  • Übergabeübersicht zu Genehmigungsumfang, laufenden Pflichten und erneuten Prüfauslösern.

Für eine breitere Übersicht über Produktregime siehe Medizinprodukte-Konformitätswege in Südkorea; für IVD-spezifische Einreichungen siehe MFDS-Einreichung für IVD-Produkte. Hier geht es um die Ausführung eines einzelnen koreanischen Antrags, nicht um eine allgemeine Marktzugangslandkarte.

Amtliche Quellen zur Überprüfung

Bei Widersprüchen zu alten englischen Leitfäden sind die geltenden koreanischen Rechtsakte maßgeblich. Ausgangspunkte des MFDS:

Häufige Fragen zur Einreichung

Kann ein ausländischer Hersteller ohne koreanischen Antragsteller einreichen?

Davon darf nicht ausgegangen werden. Zuerst sind ein berechtigter lokaler Importeur/Lizenzinhaber und dessen Gewerbelizenz zu klären. Ein Berater ersetzt die verantwortliche Stelle nicht.

Werden alle Produkte der Klasse II von NIDS zertifiziert?

Nein. MFDS benennt Ausnahmen mit eigener Genehmigungszuständigkeit. Produktcode, Neuerungen und klinischen Nachweisbedarf vor der Verfahrenswahl prüfen.

Ersetzen die CE-Kennzeichnung oder eine FDA-Zulassung die koreanische technische Dokumentation?

Nicht automatisch. Ausländische Unterlagen können Nachweise liefern; Klassifizierung, technische Prüfung und KGMP müssen nach koreanischem Recht gesondert geprüft werden.

Was gilt bei geänderter Zweckbestimmung oder Software während der Prüfung?

Den ursprünglichen Umfang fixieren, Auswirkungen beurteilen und mit dem Antragsteller Anpassung oder Neueinreichung klären, bevor widersprüchliche Unterlagen verwendet werden.

Erlaubt der elektronische Eingangsnachweis sofort den Vertrieb?

Nein. Produktentscheidung, Gewerbelizenz, einschlägiger KGMP-Status, Kennzeichnung und sonstige Vorbedingungen vor dem Vertrieb prüfen.

Verantwortlich für die Veröffentlichung: Khachatrian Razmik

Zuletzt aktualisiert: 2026-10-16

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