Regulatorische Beratung und Koordination

Fünf Fragen vor der Beauftragung eines LVD-Labors

Prüfpflichten und Nachweise sind vor einer Beauftragung zu klären.

LVD-Prüfungen sind kein einheitliches Universal-Prüfpaket. Ausgangspunkt sind die genaue Produktkonfiguration, die Nenn-Ein- und Ausgangsspannungen, die vorgesehene Verwendung und die Sicherheitsziele, deren Erfüllung nachgewiesen werden muss. Nach der Richtlinie 2014/35/EU bleibt der Hersteller für die Konformität verantwortlich. Die Richtlinie verwendet Modul A (interne Fertigungskontrolle) und verlangt für ein LVD-Produkt keine Genehmigung durch eine notifizierte Stelle. Ein unabhängiges Labor kann dennoch für belastbare Prüfnachweise, Kundenanforderungen, Arbeiten im CB-Schema oder komplexe technische Bewertungen sinnvoll sein.

Diese Seite konzentriert sich auf den Nachweisweg: was vor der Laborbeauftragung festgelegt werden sollte, wie Muster und Prüfumfang definiert werden, wann ein bestehender Bericht wiederverwendet werden kann und welche Änderungen Teil- oder Vollwiederholungsprüfungen auslösen können. Für weitergehende Fragen zum CE-Konformitätsweg siehe CE-Konformitätsprüfungen in der EU oder EU-Produktkonformitäts- und Marktzugangsdienstleistungen.

Fünf Fragen vor der Beauftragung eines LVD-Labors

  1. Fällt das Produkt tatsächlich in den Spannungsbereich der LVD? Die Richtlinie erfasst grundsätzlich elektrische Betriebsmittel, die für Nennspannungen von 50–1000 V AC oder 75–1500 V DC ausgelegt sind, vorbehaltlich der Ausnahmen in Anhang II und des Zusammenspiels mit anderen EU-Rechtsakten.
  2. Welcher Sicherheitsstandard oder technische Nachweisweg wird verwendet? Bestimmen Sie die harmonisierte EN-Norm, deren Ausgabe und Änderungen, die zum Produkt passen. Deckt keine harmonisierte Norm das Produkt vollständig ab, muss festgelegt werden, wie die verbleibenden LVD-Sicherheitsziele bewertet werden.
  3. Welche Konfiguration ist am ungünstigsten? Ordnen Sie Stromversorgung, thermische Last, Gehäuse, Isolationssystem, Schutzerdung, berührbare Teile, softwaregesteuerte Sicherheitsfunktionen und sicherheitskritische Bauteile zu, bevor Muster ausgewählt werden.
  4. Welche Nachweise liegen bereits vor? Sammeln Sie frühere Berichte, CB-Unterlagen, Bauteilzertifikate, Schaltpläne, Stückliste, Risikobeurteilung und Änderungshistorie. Wiederverwendung hängt von technischer Gleichwertigkeit und aktueller Anwendbarkeit ab, nicht nur von einem ähnlichen Modellnamen.
  5. Welches Ergebnis benötigen Sie? Klären Sie, ob eine Entwicklungsprüfung bzw. Vorprüfung zur Konformität, ein akkreditierter Prüfbericht, ein CB-Bericht/-Zertifikat, eine gezielte Bewertung der Unterschiede oder ein vollständiger Bericht für die technischen Unterlagen benötigt wird.

LVD-Prüfmatrix: Fragestellung und Nachweis richtig zuordnen

EntscheidungspunktWas zu prüfen istTypischer Nachweis/ErgebnisHauptrisiko bei der Beauftragung
LVD-AnwendungsbereichNennspannungen, Produktfunktion, Ausnahmen und Überschneidung mit anderen EU-RechtsaktenAnwendungsbereichsnotiz und Karte der anwendbaren RechtsvorschriftenPrüfung nach dem falschen Rechtsweg oder Auslassen eines weiteren anwendbaren Regimes
NormenauswahlProduktkategorie, bestimmungsgemäße Verwendung, Umgebung, aktuell im Amtsblatt referenzierte harmonisierte EN-Norm und relevante TeileNormenmatrix mit Ausgabe-/ÄnderungsstatusBeauftragung eines veralteten oder technisch unvollständigen Normensatzes
KonstruktionsreifeLuft- und Kriechstrecken, Isolation, Erdung, Temperatur, Brand-/mechanische Risiken, Kennzeichnungen und AnleitungenListe der bei der Vorprüfung festgestellten LückenVerbrauch formeller Prüfmuster, bevor offensichtliche Designmängel behoben sind
Formale SicherheitsprüfungErforderliche Abschnitte für die repräsentative Konfiguration, einschließlich anormaler/Fehlerbedingungen, sofern die Norm sie verlangtPrüfbericht mit Bezug auf identifizierte Muster und KonfigurationBericht lässt sich nicht eindeutig dem vermarkteten Produkt oder seiner Stückliste zuordnen
Varianten-/FamilienabdeckungOb Varianten technisch gleichwertig sind oder durch eine begründete ungünstigste Konfiguration abgedeckt werdenFamilienbegründung, Vergleichstabelle und gezielte Prüfungen der UnterschiedeAnnahme, dass ein erfolgreich geprüftes Modell automatisch alle Varianten abdeckt
Änderung nach der PrüfungAuswirkungen von Änderungen an Bauteilen, PCB, Gehäuse, Firmware, Lieferant oder NormÄnderungsbewertung, Berichtsergänzung und/oder WiederholungsprüfungWeiterverwendung eines Berichts nach wesentlicher Änderung der geprüften Konfiguration

Zuerst den Nachweisweg wählen, dann das Labor

Die Übereinstimmung mit einer harmonisierten LVD-Norm, deren Fundstelle im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht ist, begründet eine Konformitätsvermutung nur für die Sicherheitsziele, die von dieser Norm oder ihren einschlägigen Teilen abgedeckt sind. Prüfen Sie vor Festlegung des Prüfprogramms stets die aktuelle Fundstelle im Amtsblatt der EU, Ausgabe, Änderungen, Einschränkungen und ein mögliches Rückzugsdatum.

Ist keine harmonisierte Norm verfügbar oder nur teilweise anwendbar, kann die Konformität weiterhin unmittelbar anhand der Sicherheitsziele nachgewiesen werden; die technischen Unterlagen müssen dann die gewählten Lösungen und sonstigen technischen Spezifikationen beschreiben. Dieser Weg kann eine stärkere technische Begründung verlangen, weil der Sicherheitsnachweis ohne vollständige Stützung auf die Vermutungswirkung einer harmonisierten Norm nachvollziehbar sein muss.

Rechtsstellung des Labors: Für die LVD selbst ist das Konformitätsbewertungsverfahren die interne Fertigungskontrolle; die Europäische Kommission weist ausdrücklich darauf hin, dass notifizierte Stellen nicht erforderlich sind. Daher sind „akkreditiertes Labor“ und „notifizierte Stelle“ nicht automatisch gesetzliche Voraussetzung für jede LVD-Prüfung. Sie können jedoch technisch oder kommerziell wichtig sein, und ein anderer anwendbarer EU-Rechtsakt oder ein Kundenprogramm kann gesonderte Drittstellenanforderungen stellen.

So wählen Sie ein LVD-Prüflabor aus

  • Fachliche Abdeckung: Lassen Sie sich die genaue EN-Norm, Ausgabe und Änderungen nennen, gegen die geprüft werden soll, nicht nur die Angabe „LVD“.
  • Akkreditierungsumfang: Wenn ein akkreditierter Bericht benötigt wird, prüfen Sie, ob Methode/Norm im ISO/IEC-17025-Akkreditierungsumfang des Labors enthalten ist, und fragen Sie nach ausgelagerten Prüfungen.
  • Erfahrung mit der Produktfamilie: Bestätigen Sie Erfahrung mit dem tatsächlichen Gerätetyp, Isolationssystem, Leistungsaufbau und vorhersehbaren anormalen Zuständen.
  • Variantenstrategie: Verlangen Sie eine Begründung, welches Muster die ungünstigste Konfiguration darstellt und welche Unterschiede analytisch bzw. nur durch Prüfungen der Unterschiede abgedeckt werden können.
  • Nutzbarkeit des Berichts: Der Bericht sollte Muster-Modell, ggf. Hardware/Firmware, Nennwerte, kritische Bauteile, Fotos, Normausgabe, Abweichungen und Ergebnisse auf Klausel-Ebene ausreichend identifizieren, damit er die technischen Unterlagen stützen kann.
  • Änderungsunterstützung: Fragen Sie, wie Berichtsänderungen nach Bauteiltausch, Designrevision oder Normenupdate behandelt werden. Ein günstiger Erstbericht kann teuer werden, wenn die Regeln zur Änderungskontrolle unklar sind.

Musterplanung: Prüfen Sie die Konfiguration, die Sie technisch begründen können

Die LVD selbst schreibt keine feste Musterzahl vor. Sie hängt von der anwendbaren Norm, zerstörenden Prüfungen, Varianten, Designunsicherheit und dem Laborprogramm ab. Vor Versand der Muster sollte ein Konfigurationsstand eingefroren werden: Modell/Variante, PCB-Revision, sicherheitsrelevante Firmware-Version, Stücklistenrevision, Netzteil, Sicherungs-/Temperaturbegrenzerwerte, Isolierstoffe, Gehäuse und Liste sicherheitskritischer Bauteile.

  • Wählen Sie den elektrisch und thermisch ungünstigsten Fall, nicht einfach das meistverkaufte Modell.
  • Dokumentieren Sie bei einer Familie, warum das gewählte Gerät die übrigen Varianten abdeckt; andernfalls definieren Sie zusätzliche Muster oder gezielte Prüfungen.
  • Senden Sie Ersatzteile für sicherheitskritische Komponenten mit und planen Sie bei anormalen oder zerstörenden Prüfungen genügend Geräte ein, damit ein beschädigtes Muster das Programm nicht stoppt.
  • Informieren Sie das Labor vor der Prüfung über alternative Lieferanten. Ein verborgenes Alternativbauteil kann später die Annahme entkräften, dass das Prüfmuster die Serienproduktion repräsentiert.
  • Erhalten Sie die Identität des Prüfmusters und die Prüffotos, damit der Bericht auf die Produktionskonfiguration zurückgeführt werden kann.

Kann ein vorhandener LVD-Bericht wiederverwendet werden?

SituationPosition zur WiederverwendungWas zu prüfen istWahrscheinlicher nächster Schritt
Gleiches Modell, unverändertes Design und unveränderter relevanter NormenstatusOft als bestehender Nachweis wiederverwendbarVollständigkeit, Musteridentität, Status der Fundstelle im Amtsblatt/Normenstatus und ProduktionskonsistenzPrüfung dokumentieren und Bericht aufbewahren
Nur kosmetische VariantePotenziell wiederverwendbarKeine Auswirkung auf Gehäusefestigkeit, Entflammbarkeit, Öffnungen, Abstände, Kühlung oder KennzeichnungSchriftlicher technischer Vergleich; Prüfung der Unterschiede nur bei Betroffenheit
Alternatives Netzteil oder sicherheitskritisches BauteilWiederverwendung nicht unterstellenNennwerte, Zulassungen, Isolationsklasse, Temperaturgrenzen, Fehlerverhalten und AkzeptanzbedingungenBauteilbewertung plus gezielte oder breitere Wiederholungsprüfung
PCB-/Layout- oder IsolationsänderungHohes WiederholungsprüfrisikoKriech-/Luftstrecken, Schutzimpedanz, Erdung und thermische PfadeTechnische Bewertung und Prüfung der betroffenen Klauseln
Firmware-Änderung mit Einfluss auf SchutzfunktionenBedingte WiederverwendungEinfluss der Software auf Temperaturbegrenzung, Verriegelung, Abschaltung oder FehlerreaktionSicherheitsauswirkungsanalyse und einschlägige Funktions-/Fehlerprüfungen
Älterer Bericht nach ersetzter NormausgabeEinzelfallabhängigAktuelle harmonisierte Fundstelle, Rückzugsdatum, technische Unterschiede und fortbestehende SicherheitsabdeckungLückenanalyse; Aktualisierung oder Wiederholungsprüfung betroffener Klauseln
Lieferanten-/CB-Bericht für Bauteil oder BaugruppeUnterstützender Nachweis, keine automatische EndproduktabdeckungGültigkeit von Zertifikat/Bericht, exaktes Modell, Akzeptanzbedingungen und Integration in das EndproduktAls Eingangsnachweis für die Endproduktbewertung nutzen

Logik bei Fehlern und Wiederholungsprüfungen

Eine nicht bestandene Prüfung sollte in eine kontrollierte technische Entscheidung überführt werden, nicht nur in die Anweisung „noch einmal prüfen“. Halten Sie die nicht bestandene Klausel bzw. das Sicherheitsziel, den exakten Musterzustand, die Ursache, die Konstruktionskorrektur und alle weiteren Klauseln fest, die durch die Änderung berührt werden können. Eine thermische Korrektur kann Kriechstrecken, Materialien, Luftführung oder Verhalten im abnormalen Betrieb verändern; eine Gehäusekorrektur kann Zugänglichkeit, mechanische Festigkeit oder Brandbegrenzung beeinflussen.

  1. Den fehlerhaften Konfigurationsstand einfrieren und das ursprüngliche Ergebnis in der Projektakte behalten.
  2. Die Korrektur mit neuer Revisionskennung umsetzen.
  3. Eine Analyse der Auswirkungen der Änderung auf bereits geprüfte Merkmale durchführen und alle berührten Sicherheitsmerkmale auflisten.
  4. Mit dem Labor klären, ob eine Ergänzung/Änderung des Berichts genügt oder ein neuer Bericht erforderlich ist.
  5. Die fehlerhafte Klausel und alle materiell betroffenen Klauseln erneut prüfen; nicht nur deshalb auf eine Klausel beschränken, weil ursprünglich nur diese versagt hat.
  6. Risikobeurteilung, Stückliste/Zeichnungen und technische Unterlagen an die bestandene Konfiguration anpassen.

Prüfbasierte Änderungskontrolle: wann der LVD-Nachweis erneut bewertet werden sollte

ÄnderungsauslöserWarum relevantMindestprüfung
Austausch von Netzteil, Transformator, Sicherung, Relais, Kondensator oder IsolationssystemKann Spannungsfestigkeit, Temperatur, Fehlerenergie oder Schutztrennung verändernBauteilgleichwertigkeit + betroffene Sicherheitsklauseln
PCB-Revision oder AbstandsänderungKann Kriech-/Luftstrecken, Erdung und Fehlerpfade verändernLayoutvergleich + ggf. dielektrische/Abnormalprüfungen
Gehäusematerial, Dicke, Öffnungen oder LüftungKann Zugänglichkeit, Entflammbarkeit, mechanischen Schutz und Temperaturen beeinflussenMechanische/Brand-/Thermik-Auswirkungsprüfung
Firmware mit Einfluss auf SchutzsteuerungKann Abschaltung, Verriegelung oder Übertemperaturverhalten verändernPrüfung der Sicherheitsfunktion und des abnormalen Betriebs
Neuer Lieferant eines sicherheitskritischen TeilsGleiche Handelsbezeichnung beweist keine gleichen SicherheitsmerkmaleDatenblatt-/Zertifikats-/Bedingungsvergleich; Wiederholungsprüfung bei fehlendem Gleichwertigkeitsnachweis
Änderung oder Rückzug einer harmonisierten NormDie Konformitätsvermutung hängt von Status und Umfang der im Amtsblatt der EU veröffentlichten Norm abNormen-Lückenanalyse vor weiterer Nutzung des bisherigen Nachweises
Änderung von Produktionsprozess oder -standort mit SicherheitseinflussSerienproduktion muss mit den technischen Unterlagen übereinstimmenFertigungsänderungsbewertung und Verifikation der betroffenen Merkmale

Was Sie vom Labor für die technischen Unterlagen erhalten sollten

Prüfen Sie vor Projektabschluss, ob das Nachweispaket in sich konsistent ist. Die LVD-Unterlagen müssen die Konformitätsbewertung ermöglichen und enthalten, soweit anwendbar, Prüfberichte. Ein brauchbares Laborpaket muss deshalb eine eindeutige Verbindung zwischen Bericht und exakter Produktkonfiguration zulassen.

  • finaler unterzeichneter oder anderweitig gelenkter Bericht mit Berichtsnummer und Revision;
  • Norm(en), Ausgabe(n), Änderungen sowie Abweichungen oder Ausschlüsse;
  • Musteridentifikation, Nennwerte, Fotos und ggf. sicherheitsrelevante Hardware-/Firmware-Revision;
  • Tabelle sicherheitskritischer Bauteile und herangezogene Akzeptanzbedingungen;
  • Ergebnisse „bestanden / nicht bestanden / nicht anwendbar“ auf Klausel-Ebene und Messwerte;
  • Beschreibung der Varianten-/Familienabdeckung und Begründung der ungünstigsten Konfiguration;
  • Liste ausgelagerter Prüfungen, soweit für Beschaffung oder Akkreditierungsanforderungen relevant;
  • klare Dokumentation nachträglicher Änderungen, Berichtsergänzungen und Entscheidungen über Wiederholungsprüfungen.

Prüfung ist nur ein Teil des CE-Nachweises. EMC, RoHS oder weitere produktspezifische Anforderungen können separat gelten. Für benachbarte Themen siehe EU-RoHS-Konformitätsprüfungen und CE-Prüf- und Zertifizierungslabordienstleistungen in der EU.

Geprüfte offizielle Quellen

FAQ zu LVD-Prüfungen

Ist für jedes LVD-Produkt gesetzlich ein akkreditiertes Labor vorgeschrieben?

Nein. Die Richtlinie 2014/35/EU verwendet die interne Fertigungskontrolle und verlangt für die LVD-Konformitätsbewertung keine notifizierte Stelle. Ein Hersteller kann dennoch ein akkreditiertes Labor wählen, um den Nachweis zu stärken, Kundenanforderungen zu erfüllen oder das CB-Schema zu unterstützen. Andere EU-Vorschriften oder vertragliche Anforderungen können zusätzliche Drittstellenpflichten auslösen.

Wie viele Muster werden für LVD-Prüfungen benötigt?

Die Richtlinie nennt keine universelle Stückzahl. Sie hängt von der anwendbaren Norm, zerstörenden Prüfungen, Variantenanzahl und dem Laborprogramm ab. Ein belastbarer Ansatz ist, eine ungünstigste Konfiguration zu begründen und zusätzliche Geräte bereitzustellen, wenn Varianten oder zerstörende Prüfabläufe nicht mit einem Muster abgedeckt werden können.

Kann ein CB-Bericht eine erneute LVD-Prüfung ersetzen?

Ein relevanter CB-Bericht kann ein starker technischer Nachweis sein, ersetzt aber nicht automatisch die EU-Konformitätsbewertung oder die technischen Unterlagen des Herstellers. Prüfen Sie das genaue Produkt, die Normausgabe, nationale/europäische Abweichungen, Akzeptanzbedingungen und ob die vermarktete Konfiguration tatsächlich vom Bericht abgedeckt ist.

Deckt ein erfolgreich geprüftes Modell eine ganze Produktfamilie ab?

Nur bei technisch begründeter Familienabdeckung. Unterschiede in Leistung, Erwärmung, Gehäuse, Isolation, Bauteilen, PCB-Layout oder Schutzsoftware können die ungünstigste Konfiguration verändern. Erstellen Sie eine Vergleichsmatrix und führen Sie gezielte Prüfungen der Unterschiede durch, wenn Gleichwertigkeit nicht analytisch belegt werden kann.

Wann erfordert eine Designänderung eine Wiederholungsprüfung?

Es gibt keine allgemeine „Prozentänderungsregel“. Bewerten Sie die Nachweislage erneut, wenn eine Änderung ein Sicherheitsziel oder die Grundlage des bisherigen Konformitätsnachweises beeinflussen kann. Sicherheitskritische Bauteilwechsel, PCB-Abstände, Gehäuse-/Lüftungsänderungen, Schutz-Firmware und Normenupdates sind typische Auslöser für eine dokumentierte Auswirkungsanalyse und gegebenenfalls eine Wiederholungsprüfung.

Was sollte ich für ein belastbares Laborangebot übermitteln?

Senden Sie genaue Produktbeschreibung, Nennwerte, Verwendungszweck, Zielmärkte, Schaltpläne, Stückliste, Liste kritischer Bauteile, Gehäuse-/Materialdaten, Anleitungen/Kennzeichnungen, vorhandene Berichte oder CB-Dokumente, Variantenliste und bekannte Designänderungen. Lassen Sie Normausgabe, Musterzahl, ausgeschlossene Prüfungen, Untervergabe und Form des Endberichts ausdrücklich bestätigen.

Verantwortlich für die Veröffentlichung: Khachatrian Razmik

Zuletzt aktualisiert: 2026-10-16

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