Regulatorische Beratung und Koordination

Zuerst das Produkt abgrenzen, nicht die Klasse erraten

Prüfpflichten und Nachweise sind vor einer Beauftragung zu klären.

Ein Berater für die Zulassung von Medizinprodukten bei der südkoreanischen MFDS sollte den regulatorischen Weg festlegen, bevor Prüfungen beauftragt oder Einreichungsunterlagen zusammengestellt werden. CE-Kennzeichnung, US-amerikanische FDA-Freigabe (clearance) oder ein vorhandenes internationales Dossier können die Prüfung unterstützen, ersetzen aber keine koreanische Zulassung.

Diese Beratungsseite behandelt Verfahrenswahl, Wiederverwendung von Nachweisen, Risiken und die nächste Entscheidung. Sie ist weder eine detaillierte Einreichungsanleitung noch eine Zusage der Behörde. Vor Prüfaufträgen sind die aktuellen koreanischen Vorschriften für das konkrete Produkt zu prüfen.

Zuerst das Produkt abgrenzen, nicht die Klasse erraten

Erfassen Sie die genaue koreanische Zweckbestimmung, Patienten und Anwender, Einsatzumgebung, Wirkprinzip, Körperkontakt oder Implantation, Softwarefunktionen sowie Modelle und Zubehör. Werbeaussagen können die Einordnung als Medizinprodukt und die Risikoklasse beeinflussen.

  • Koreanische Indikation, Zielgruppe und vorgesehene Anwender
  • Funktionsprinzip, Materialien, Körperkontakt und Kontaktdauer
  • Softwarefunktionen, Algorithmusänderungen und klinische Aussagen
  • Unterschiede zwischen Modellen, Zubehör und geplante Kennzeichnung

Bei In-vitro-Diagnostika (IVD) dürfen die Regeln für sonstige Medizinprodukte nicht ungeprüft übernommen werden: Korea hat einen gesonderten IVD-Rechtsrahmen. Bei Arzneimittel-Grenzfällen, Kombinationsprodukten oder digitaler Gesundheitstechnik ist eine produktspezifische Einstufung statt der Übernahme ausländischer Klassen nötig.

Entscheidungsmatrix: Welcher Weg ist einschlägig?

Vorläufige EinordnungÜblicher VerfahrenswegVor der Festlegung zu prüfen
Medizinprodukt (kein IVD), Klasse IIn der Regel ProduktmeldungExakten MFDS-Produktcode und Sonderregeln prüfen; eine ausländische Einstufung als geringes Risiko ergibt nicht automatisch Klasse I.
Medizinprodukt (kein IVD), Klasse IIIn der Regel Zertifizierung; teils MFDS-GenehmigungGleichwertigkeit und Ausnahmen prüfen, insbesondere Neuartigkeit, klinische Nachweise und spezielle Technologien.
Medizinprodukt (kein IVD), Klasse III oder IVMFDS-GenehmigungUmfang der technischen und gegebenenfalls klinischen Bewertung produktspezifisch festlegen; ausländische Zulassungen sind keine automatische Abkürzung.
IVD, Grenzfall oder KombinationsproduktZunächst gesonderte Regime- und KlassifizierungsprüfungIVD-, Kombinations- und Softwarevorschriften klären, bevor der allgemeine Weg angesetzt wird.

Diese Matrix dient der Planung und ersetzt keine verbindliche Klassifizierung. Die MFDS unterscheidet Risikoklassen I–IV sowie Meldung, Zertifizierung und Genehmigung; Produktcode und Prüfbedingungen bestimmen den konkreten Weg.

Gleichwertigkeit vor der Nachweisübernahme prüfen

Äußere Ähnlichkeit belegt keine wesentliche Gleichwertigkeit im regulatorischen Sinne. Vergleichen Sie, soweit identifizierbar, ein rechtmäßig in Korea vermarktetes Referenzprodukt mit dem geplanten Produkt und dokumentieren Sie Unterschiede bei:

  1. Zweckbestimmung, Indikationen und Patientengruppe
  2. Wirkmechanismus und maßgeblichem Funktionsprinzip
  3. Patientenkontaktmaterialien, Konstruktion und sicherheitsrelevanten Merkmalen
  4. Leistungsversprechen, Prüfspezifikationen und Gebrauchsanweisung

MFDS-Materialien unterscheiden die allgemeine technische Dokumentenprüfung von einer Sicherheits- und Wirksamkeitsbewertung bei relevanten Unterschieden. CE-, FDA-, ISO- oder Laborunterlagen können helfen; ihre koreanische Akzeptanz, Abdeckung, Form und Aktualität sind jedoch einzeln zu prüfen. Eine pauschale Befreiung von klinischen Nachweisen darf nicht unterstellt werden.

Lückenmatrix: Unsicherheiten in Entscheidungen umsetzen

Führen Sie ein Lückenregister mit Zuständigkeit und Entscheidungspunkt. Diese Matrix ist ein Beratungsinstrument, keine vollständige Liste gesetzlich einzureichender Unterlagen:

EntscheidungspunktBenötigte UnterlagenMaßnahme bei offener Frage
Klassifizierung und WegKoreanische Zweckangaben, Spezifikation, mögliche Produktcodes, IVD- und KombinationsprüfungAlternative Einstufungen festhalten und Verfahrensweg begründen, bevor Prüfungen feststehen.
Technische und klinische EvidenzRisikomanagementdokumentation, Verifizierungsberichte, klinische Begründung, ReferenzproduktvergleichNachweise als direkt nutzbar, anzupassen oder fehlend kennzeichnen; nur begründete Zusatzarbeiten beauftragen.
Qualitätsmanagement / KGMPStandorte und Prozesse, Qualitätszertifikate, Fertigungsumfang, ausgelagerte SchritteAnwendbarkeit und geltende KGMP-Bestimmungen von 2026 vor einer Begutachtungsplanung prüfen.
Importeur und DossierkontrolleVorgesehener koreanischer Importeur, Lizenzstatus, Dokumentenrechte, ÄnderungsmitteilungenAntragsberechtigung und Zugriff auf das Dossier bei Partnerwechsel klären.

Bei neuer Zweckbestimmung oder klinisch erheblicher Änderung des Mechanismus ist der klinische Evidenzbedarf offen zu entscheiden, nicht automatisch ein Standardtest einzukaufen. Prüfungsumfang und Unterlagen hängen vom Produkt ab.

Entscheidungen staffeln und die koreanische Partei festlegen

Ein belastbares Beratungsergebnis besteht aus einem begründeten Verfahrensvermerk und einer Evidenzkarte, nicht aus einer Zulassungsgarantie. Empfohlene Reihenfolge:

  1. Koreanische Aussagen und Varianten festschreiben; IVD- und Grenzfälle erkennen.
  2. Mögliche koreanische Produktcodes, Klassen und Melde-, Zertifizierungs- oder Genehmigungswege mit Begründung und Restzweifeln zuordnen.
  3. Vorhandene Berichte gegen koreanische Anforderungen prüfen; Lücken, Risiken, Verantwortliche und Abhängigkeiten dokumentieren.
  4. Importeur, Betriebslizenz, KGMP-Relevanz und Dokumentenkontrolle klären; erst danach Prüfungen oder Einreichung freigeben.

Nach Festlegung des Verfahrens siehe die Dienstleistung zur Durchführung der Medizinprodukteregistrierung sowie die gesonderte Registrierungsdienstleistung für IVD.

Varianten und Änderungen nach der Zulassung steuern

Planen Sie das Änderungsmanagement frühzeitig ein. Neue Indikationen, Materialien, Wirkmechanismen, Modelle, Softwareversionen, Fertigungsstandorte oder Importeure können Einstufung, Evidenz, KGMP-Umfang oder Genehmigungsweg verändern. Ein Ergebnis für ein Modell gilt nicht automatisch für die Produktfamilie.

  • Eine Zuordnung von Variante, Aussage und Nachweis führen und neue Aussagen vor Marktnutzung prüfen.
  • Festlegen, wer Änderungen bewertet, den koreanischen Importeur informiert und Originalprüfberichte aufbewahrt.
  • Zum Einreichungszeitpunkt den aktuellen koreanischen MFDS-Regeltext prüfen; englische Übersichten und ältere Schaubilder können überholt sein.

Ist die Einstufung als Medizinprodukt unklar, sind andere Rechtsrahmen gesondert zu prüfen; für nichtmedizinische Elektroprodukte siehe die Beratung zur KC-Zertifizierung.

Amtliche Rechts- und Informationsquellen

Häufige Fragen

Ersetzt CE oder eine FDA-Freigabe das koreanische Verfahren?

Nein, daraus folgt keine automatische Anerkennung. Unterlagen können technisch relevant sein; koreanische Einstufung, Verfahren, Importeur und Nachweise sind gesondert zu prüfen.

Kann jedes Produkt der Klasse II lediglich zertifiziert werden?

Nein. Die MFDS unterscheidet Zertifizierung geeigneter Klasse-II-Produkte und Genehmigung bestimmter Fälle, darunter neue Produkte und weitere Ausnahmen. Zuerst Produktcode und Prüfbedingungen bestimmen.

Lassen sich bestehende klinische und Laborberichte wiederverwenden?

Möglicherweise. Geltungsbereich, Normen, Produktversion und Aussagen sind mit den erwarteten koreanischen Nachweisen abzugleichen. Sicherheits- oder wirksamkeitsrelevante Unterschiede können weitere Prüfung oder klinische Belege erfordern.

Kann ein ausländischer Hersteller ohne koreanischen Importeur selbst einreichen?

Die MFDS beschreibt ein Erlaubnissystem für die gewerbliche Einfuhr von Medizinprodukten. Der antragsberechtigte koreanische Beteiligte und die Verfügungsrechte über das Dossier müssen vorab geklärt werden.

Wann sollten KGMP und lokale Tests beauftragt werden?

Nach der Verfahrens- und Lückenanalyse. Die aktuellen KGMP-Vorschriften sowie die Anforderungen an Produkt und Fertigungsstandorte prüfen; eine pauschale Klassentabelle genügt nicht.

Verantwortlich für die Veröffentlichung: Khachatrian Razmik

Zuletzt aktualisiert: 2026-10-16

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