Regulatorische Beratung und Koordination

Das tatsächlich gelieferte Leuchtprodukt klassifizieren

Prüfpflichten und Nachweise sind vor einer Beauftragung zu klären.

Das tatsächlich gelieferte Leuchtprodukt klassifizieren

Eine Markteinführung in Südkorea lässt sich nicht mit der pauschalen Aussage „LED braucht KC“ beurteilen. Zuerst ist zu klären, ob die einzelne SKU eine komplette Leuchte, eine austauschbare Lampe, ein LED-Modul, einen separaten Treiber, ein passives Gehäuse oder eine smarte Leuchte mit Funkfunktion umfasst. Sicherheit, EMV/Funk und Energieeffizienz sind eigenständige Prüfungen.

Die nachstehende Matrix ist eine Vorprüfung und keine Freigabe für alle Ausführungen. Vor Prüfauftrag und Einfuhr sind Lieferumfang, Stromversorgung, Nutzung, Modellvarianten und aktuelle koreanische Produktlisten abzugleichen.

Drei voneinander unabhängige regulatorische Prüfungen

Elektrische Sicherheit: KATS unterscheidet nach dem Gesetz über die Sicherheit von Elektro- und Konsumgütern Sicherheitszertifizierung, Sicherheitsbestätigung und Konformitätsbestätigung des Lieferanten. Staatliche Datensätze zeigen fest installierte LED-Leuchten mit Sicherheitszertifizierung und bestimmte LED-Lampen/-Module mit Sicherheitsbestätigung. Entscheidend bleibt die aktuelle Einstufung der jeweiligen SKU.

EMV und Funk: Die RRA führt eine unabhängige Konformitätsbewertung nach dem Radio Waves Act durch. Ihre Hinweise unterscheiden elektrische Leuchten mit Elektronik von bestimmten passiven Gehäusen ohne emissionsverursachende Schaltungen. Zu klären sind Konformitätszertifizierung, Konformitätsregistrierung, Selbstbestätigung oder einen belegten Ausschluss. Eine KC-Sicherheitsnummer ersetzt keine EMV-Freigabe; Funktechnik ist zusätzlich zu prüfen.

Die RRA beschreibt zudem eine eng begrenzte Ausnahme für einfache Leuchten mit USB- oder Batterie-/Akkubetrieb, deren Funktionen nur Ein/Aus, Blinken und einfache Helligkeits- oder Farbregelung umfassen. Wird ein Netzadapter mitgeliefert, sind dessen bereits erfolgte Konformitätsbewertung und eine unveränderte einfache Kombination entscheidend: Ein mitgelieferter Adapter kann eine Selbstkonformitätsprüfung auslösen; eine bedingte Ausnahme ist möglich. Diese RRA-Auslegung befreit nicht automatisch von Sicherheits-KC oder KEA-Pflichten.

Energieeffizienz: Die KEA betreibt ein Effizienzklassen- und Mindeststandardprogramm sowie eine gesonderte freiwillige Zertifizierung hocheffizienter Geräte. Ihre Register unterscheiden LED-Lampen mit integriertem und externem Konverter sowie lineare LED-Lampen. Nicht jede dekorative oder industrielle Leuchte benötigt automatisch dieselbe Energiekennzeichnung.

KEA: den genauen LED-Lampentyp vor der Effizienzkennzeichnung prüfen

Die veröffentlichten KEA-Geltungsbereiche enthalten praktische Einstufungsmerkmale für die verkaufte Lampe. Maßgeblich bleiben die aktuellen Vorschriften, Prüfmethoden und Ausnahmen.

KEA-ProduktfamilieVeröffentlichtes AbgrenzungsmerkmalZusätzlich zu prüfen
LED-Lampe mit integriertem KonverterAllgemeinbeleuchtung mit integriertem Konverter bei AC 220 V / 60 Hz nach KS C 7651.Handelt es sich um eine Lampe oder eine komplette Leuchte? Sonderverwendung und bestimmte Smart-Lampenausnahmen prüfen.
LED-Lampe mit externem KonverterAllgemeinbeleuchtung mit externem Konverter bis AC/DC 50 V und höchstens 30 W.Lampendaten, mitgelieferten Konverter und Sonderzweck-Ausnahmen prüfen; nicht auf komplette Leuchten übertragen.
Lineare LED-Lampe mit externem KonverterDie KEA-Beschreibung nennt höchstens 22 W, G13- oder D12-Sockel und den zugehörigen LED-Modultreiber.Sockel-/Treiberkombination und geltende Definition linearer Lampen prüfen.

Bestimmte ausschließlich zweckgebundene Lampen sind aus regulären Kategorien ausgenommen; Bezeichnungen wie „industriell“ oder „smart“ belegen keine Befreiung. Eine freiwillige Hocheffizienzzertifizierung ist ein eigenes System, kann jedoch bei bestimmten Vergaben, auch im öffentlichen Sektor, vorausgesetzt oder bevorzugt werden. Die KEA-Kategorieliste oder ein Bauteilbericht ist keine Zulassung des Endmodells. KEA.

Entscheidungsmatrix für LED-Produkte

Geliefertes Produkt Sicherheitsfrage RRA-/EMV-Frage KEA und Markteintritt
Netzbetriebene feste oder eingelassene LED-Leuchte Fällt die komplette Leuchte unter die Sicherheitszertifizierung? Leuchte und Treiber gemeinsam prüfen. Sind elektronische Beleuchtungs- oder Steuerschaltungen vorhanden? Aktuelles RRA-Verfahren prüfen. Nur bei passender KEA-Kategorie Energieanforderungen ansetzen; Lampendaten reichen nicht für die Leuchte.
Austauschbare LED-Lampe mit eingebautem Treiber Lampenkategorie und geltende Sicherheitsnorm ermitteln, auch bei Ersatzteilverkauf. Eingebaute Elektronik kann EMV-Bewertung auslösen. KEA-Kategorie für LED-Lampen mit integriertem Konverter und modellbezogene Pflichten prüfen.
LED-Röhre oder Lampe mit externem Konverter Lampentyp/Modul, Stromzufuhr, Sockel und vorgesehene Installation klären. Lampe und mitgelieferte Steuergeräte in der konkreten Zusammenstellung prüfen. Getrennte KEA-Register für lineare und extern versorgte LED-Lampen beachten.
Einzelne LED-Leiterplatte oder Modul Endkundenprodukt oder OEM-Komponente? Für LED-Lampen/-Module kann Sicherheitsbestätigung gelten. Eine passive Platine ist nicht automatisch eine komplette elektronische Leuchte: Schaltung dokumentieren. Energielabel für fertige Lampen nicht ungeprüft auf Module übertragen.
Separater LED-Treiber/Konverter Netzteil eigenständig einstufen, auch wenn ein entsprechendes Bauteil bereits in einer zertifizierten Leuchte sitzt. Konverter-Schaltungen eigenständig auf RRA/EMV prüfen. Bezug zwischen Treiber und Leistungsnachweisen der Leuchte dokumentieren.
Leeres passives Gehäuse ohne Lampe und Treiber Für das tatsächlich verkaufte Gehäuse ist der Anwendungsbereich der Sicherheitsvorschriften gesondert zu prüfen. Die RRA nennt bestimmte Gehäuse ohne Lampe, Konverter oder abstrahlende Schaltungen als nicht bewertungspflichtig; Stückliste dokumentieren. Keine Lampen-Energieklasse auf ein bloßes Gehäuse übertragen.
Vernetzte LED-Leuchte (WLAN/Bluetooth) Gesamte Leuchte, Treiber und geänderte Bauteile sicherheitstechnisch einordnen. Elektronik/EMV und Funk getrennt bewerten; eine Modulbewertung legt den Weg der Gesamtleuchte nicht fest. Verkauften Lampen- bzw. Leuchtentyp mit KEA-Definitionen vergleichen und Leistungsdaten sichern.
Einfache LED-Leuchte mit USB-/Batterieversorgung Verkauftes Produkt und beigelegten Adapter sicherheitstechnisch separat einordnen. RRA-Ausnahme hängt von Versorgung und einfacher Funktion ab; beigelegter Adapter kann ohne erfüllte Kombinationsbedingungen den Weg ändern. KEA-Scope richtet sich nach der Bauart, nicht allein nach USB.

Entscheidend ist, welche konkrete Baugruppe eingeführt wird. Ein zertifiziertes Bauteil liefert Nachweise, ersetzt aber weder die Einstufung der fertigen Leuchte noch die Prüfung durch die zweite Behörde.

Unterlagenpaket für die Produkteinstufung

Vor einer Anfrage an Prüfstelle oder Importeur sollte ein modellbezogenes Dossier vorliegen:

  • SKU-Verzeichnis: Modelle, Varianten, Hersteller, Werk, Importeur, Vertriebsweg und Lieferumfang (Leuchte/Lampe/Modul/Treiber/Gehäuse).
  • Elektrik: Spannung, Frequenz, AC/DC-Aufbau, Treibermodell, Schaltpläne, Leiterplattendaten, Erdung und Isolierung.
  • Aufbau: Fotos von allen Seiten, Explosionszeichnung, Stückliste, LED- und Steckerdaten, Gehäuse und Befestigung.
  • Einsatzbedingungen: Innen/Außen, IP-Aussagen, Montageuntergrund, Wechselteile, Dimmen, Benutzerzugang und Temperaturgrenzen.
  • Vorhandene Nachweise: KC-Datensätze, RRA-Kennungen, Komponenten- und CB/IEC-Berichte, Werksangaben, Modellfamilienbegründung und Gültigkeitsstatus.
  • EMV/Funk: Liste elektronischer Baugruppen, Schaltfrequenzen, Funkmodule/Antennen, Prüfberichte und Belege für behauptete Passivität.
  • Energie: Leistungsaufnahme, Lichtstrom, Lichtausbeute, Bauform, eingebauter/externer Konverter und exakte KEA-Kategorie.
  • Korea-Unterlagen: Typenschild, Anleitung, Verpackung, Hersteller/Importeur, gegebenenfalls Energielabel und Aussagen im Onlineshop.

Kennzeichnung, koreanische Angaben und Verkaufsangebot

Die Kennzeichnung ist das Ergebnis einer Einstufung. KC-Sicherheitszeichen, RRA-Kennungen und KEA-Etiketten beruhen auf unterschiedlichen Anforderungen und können verschiedene Verantwortliche haben.

Für erfasste Elektroprodukte nennt KATS je nach Verfahren unter anderem Modell, Hersteller bzw. Importeur (bei ausländischem Hersteller auch Herstellungsland), Fertigungsdatum oder Los, einen tatsächlich erreichbaren Kundendienstkontakt in Korea und Angaben nach der jeweiligen Sicherheitsnorm. Eine Bescheinigungs- oder Meldenummer ist verfahrensabhängig. Für erfasste Importware liegt die Kennzeichnungskontrolle vor der Zollabfertigung; KATS regelt auch die Verteilung auf Produkt und Verpackung. Vor dem Druck sind die aktuellen Regeln für das konkrete Modell abzugleichen.

Prüfpunkt Vor dem Druck abgleichen
Elektrische Sicherheit Richtiger KC-Weg, exaktes Modell, gültiger Nachweis, vorgeschriebene koreanische Angaben und Sicherheitshinweise.
RRA/EMV/Funk Anwendbares RRA-Verfahren, Antragsteller, Identifikator und Kennzeichnung; die Sicherheitsnummer ist kein Ersatz.
Energielabel Ob eine verpflichtende KEA-Kategorie vorliegt, Leistungsbericht, Effizienzklasse und Etikettenformat; freiwillige Zertifizierung getrennt führen.
Handel und Import Modell in Werbung, Verpackung, Typenschild, Prüfbericht und Importdokumenten muss übereinstimmen.

Markteinführung und Änderungen am Produkt

Vor Verpackungsdruck und Liefertermin diese Entscheidungskette abschließen:

  1. Verkaufsfähigen Lieferumfang einschließlich Zubehör und Funkfunktionen festschreiben.
  2. Sicherheitskategorie anhand der KATS-Listen und aktuellen KC-Norm schriftlich bestätigen; Antragsteller und Produktionsstätte zuordnen.
  3. RRA unabhängig prüfen; bei behaupteter Passivausnahme Schaltungsfreiheit zeichnerisch belegen und Funk gesondert bewerten.
  4. KEA-Kategorie und geltende Effizienzkriterien prüfen; Proben, Modellfamilien, Tests und Etiketten abstimmen.
  5. Modellkennungen mit Handbüchern, KC/RRA/KEA-Grafik und Importunterlagen vergleichen; nach Änderungen an Treiber, Modul, Funk, Leistung oder Werk erneut bewerten.

Bei getrennt importierten Netzteilen ist die südkoreanische Netzteil-Produktübersicht relevant. Zum Länderabgleich dienen die LED-Vorgaben für China und die LED-Vorgaben für die USA; sie ersetzen keine koreanische Freigabe.

LED-Fragen, die den Zulassungsweg verändern

Ist eine einzelne LED-Platine automatisch von KC ausgenommen?

Nein. KTC ordnet LED-Lampen/-Module einschließlich bestimmter an Verbraucher vertriebener Leiterplatten der Sicherheitsbestätigung zu. Nutzung und Lieferumfang müssen geprüft werden.

Zertifiziert ein KC-geprüfter Treiber zugleich die ganze Leuchte?

Nein. Der Treibernachweis hilft als Bauteildokument; die komplette Leuchte benötigt eigene Sicherheits- und RRA-Einstufung.

Ersetzen CE-Zeichen oder IEC/CB-Berichte die koreanische Zulassung?

Nicht automatisch. Berichte können bei akzeptierter Verwertung helfen; die anwendbaren koreanischen Verfahren und Zeichen bleiben modellbezogen zu prüfen.

Benötigen alle Industrie- und Designleuchten eine Energieeffizienzklasse?

Das darf nicht pauschal angenommen werden. KEA führt bestimmte Lampentypen und ein gesondertes freiwilliges Hocheffizienzprogramm. Aktuelle Definitionen prüfen.

Was gilt nach Einbau von Bluetooth oder Austausch des Treibers?

Sicherheit, EMV, Funk und Effizienznachweise neu abgleichen und vor Verkauf prüfen, ob bestehende Modellgenehmigungen die Änderung decken.

Amtliche Prüfquellen

Geltungsgrenze: nationale Orientierung, keine verbindliche Einstufung eines unbekannten Modells. Aktuelle Produktliste, Norm, Antragsteller und Kennzeichnung je SKU prüfen.

Verantwortlich für die Veröffentlichung: Khachatrian Razmik

Zuletzt aktualisiert: 2026-10-16

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