Regulatorische Beratung und Koordination

Zuerst den PSE-Anwendungsbereich klären, nicht sofort ein Zertifikat bestellen

Prüfpflichten und Nachweise sind vor einer Beauftragung zu klären.

Ein Berater für die japanische PSE-Konformität muss zuerst prüfen, ob das konkrete Produkt und sein Vertriebsweg unter das Gesetz über die Sicherheit elektrischer Geräte und Materialien (DENAN) fallen. Laborprüfungen sollten nicht der erste Schritt sein. „PSE-Zertifizierung“ wird oft pauschal verwendet: Die obligatorische Bewertung durch eine bei METI registrierte Konformitätsbewertungsstelle betrifft nur bestimmte elektrische Produkte. Für andere erfasste Produkte gilt ein anderer Weg. Dieses Schema ersetzt keine Einzelfallklassifizierung.

Zuerst den PSE-Anwendungsbereich klären, nicht sofort ein Zertifikat bestellen

Maßgeblich ist die gesetzliche Produktkategorie, nicht die Marketingbezeichnung „Elektronik“. METI führt 457 Produktarten auf: 116 bestimmte und 341 nicht bestimmte. Ob ein Artikel erfasst ist, hängt von den festgelegten Produktdefinitionen und technischen Grenzen ab. Ein elektrisches Bauteil führt nicht automatisch dazu, dass das gesamte Gerät unter PSE fällt; mitgelieferte Netzteile oder Akkus können gesondert zu beurteilen sein.

  • Endgerät, separat mitgeliefertes Netzteil, Akku, Kabel und Zubehör sowie den Verwendungszweck erfassen.
  • Eingangsspannung, AC/DC, Leistung oder Kapazität, Batterieaufbau, Modellvarianten und Stromversorgung dokumentieren.
  • Funktionen, Nennwerte und Ausnahmen mit den METI-Listen und amtlichen Auslegungsbeispielen vergleichen.
  • CE- oder CB-Dokumente nicht als Beweis der PSE-Einstufung behandeln; Grenzfälle ausdrücklich dokumentieren.

Das Ergebnis ist eine schriftliche, artikelbezogene vorläufige Einstufung mit japanischer Kategorie, Fundstellen und offenen Fragen. Reichen amtliche Auslegungen nicht aus, sollte vor der Routenwahl die zuständige regionale METI-Produktsicherheitsstelle um Klärung gebeten werden.

Für Lithium-Ionen-Zellen und mobile Akkus nennt die japanische Liste der nicht spezifizierten Elektroprodukte eine volumetrische Energiedichte von mindestens 400 Wh/L je Zelle; für Anwendungen in Kraftfahrzeugen, motorisierten Zweirädern, Medizingeräten und Industrieanlagen bestehen Ausnahmen. Der Verkaufsname „Powerbank“, eine mAh-Angabe oder ein CE-/CB-Bericht entscheidet die Einstufung nicht. Benötigt werden Zelldatenblatt, Abmessungen und Belege zum Einsatzzweck.

Entscheidungsmatrix für den richtigen Rechtsweg

Diese Matrix dient der Planung. Erst die nachgewiesene Einstufung des konkreten Produkts legt den Weg fest.

EinstufungVoraussichtlicher WegNoch zu klärende Entscheidung
Nicht in den bezeichneten Produktarten enthaltenKein PSE-Zeichen allein wegen elektrischer Eigenschaften anbringen; andere japanische Vorschriften prüfen.Gesamtes Set und Zubehör prüfen, Gründe für die Nichtanwendbarkeit dokumentieren.
Bestimmtes Elektroprodukt (rautenförmiges PSE)Der verpflichtete Hersteller/Importeur bzw. gegebenenfalls ein besonderer Importeur muss Technik- und Prüfpflichten erfüllen; für den bezeichneten Typ ist eine Bewertung durch eine METI-registrierte Stelle erforderlich.Produktart und Typ, Verantwortlichen, Geltungsbereich der Stelle, Werk und Nachweiskette vor einer Prüfung bestätigen.
Nicht bestimmtes Elektroprodukt (rundes PSE)Technische Konformität, vorgeschriebene Prüfungen und Aufzeichnungen, gegebenenfalls die Geschäftsmeldung sowie richtige Kennzeichnung bleiben nötig; keine obligatorische Bewertung durch eine registrierte Stelle.Vorhandene Belege den japanischen Anforderungen zuordnen und offene Prüfungen festlegen.
Komplettset, geändertes Modell oder unklare KategorieKomponenten und Gesamtprodukt getrennt einstufen; zuerst die rechtliche Abgrenzung lösen.Modell- und Spezifikationsstand fixieren; bei Bedarf amtlich nachfragen.

Ein Verkaufsset aus getrennten Geräten ist nicht mit einem einzigen Gerät gleichzusetzen, das mehrere regulierte Funktionen vereint. Nach der METI-Anleitung zur PSE-Kennzeichnung sind bei einem Gerät, das zugleich Funktionen einer bestimmten und einer nicht bestimmten Elektroproduktkategorie erfüllt, sowohl das rautenförmige als auch das runde PSE-Zeichen erforderlich. Prüfen Sie daher die tatsächliche Konstruktion und unterscheiden Sie ein Kombinationsgerät von einzelnen Teilen eines Sets; die Kennzeichnung des Netzteils genügt nicht automatisch für das Gesamtprodukt.

Ein Angebot für ein „PSE-Zertifikat für jedes Elektrogerät“ ist zu hinterfragen. Gesetzliche PSE-Kennzeichnung und das Zertifikat einer registrierten Prüfstelle sind unterschiedliche Dinge. Auch ISO und CE bestimmen den japanischen Weg nicht automatisch.

Wer ist je nach Vertriebsmodell verantwortlich?

Vor der Planung Hersteller, Verkäufer, Importeur, Vertragspartner, Warenweg und Endkundenkanal ermitteln. Markenname und Plattformkonto allein bestimmen den gesetzlich Verpflichteten nicht.

VertriebsmodellVorläufige PflichtenverteilungEntscheidende Prüfung
Unternehmen in Japan importiert regulierte ProdukteIn der Regel trägt der japanische Importeur die Importeursmeldungen und Konformitätspflichten; der ausländische Hersteller liefert technische und Prüfunterlagen.Wer importiert tatsächlich und wessen Name ist für die PSE-Kennzeichnung erforderlich?
Ausländischer Verkäufer liefert ohne japanischen Importeur direkt an VerbraucherSeit dem 25. Dezember 2025 kann der ausländische Anbieter nach dem geänderten Recht „besonderer Importeur“ sein; Meldung, inländischer Verantwortlicher und Produktpflichten können erforderlich werden.Fällt der konkrete Direktvertrieb unter die Definition und wie werden inländischer Verantwortlicher und Meldung nachgewiesen?
Händler verkauft nur Waren eines anderen verantwortlichen Lieferanten weiterSeine Pflichten unterscheiden sich von denen des Herstellers/Importeurs; gesetzliche Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit sind gleichwohl zu prüfen.Wer hat die Ware erstmals importiert und ändern Rebranding oder Vertriebskanal die Bewertung?

Veraltete englische Hinweise, jeder ausländische Anbieter brauche ausnahmslos einen japanischen Importeur, ignorieren die Reform für bestimmte Direktverkäufe. Umgekehrt wird nicht jeder ausländische Exporteur automatisch zum besonderen Importeur.

Bei einem erfassten direkten Auslandsverkauf an japanische Verbraucher ist der in Japan ansässige Verantwortliche (国内管理人) eine eigenständige gesetzliche Funktion und kein Ersatz für die Pflichten des ausländischen besonderen Importeurs. Vor der Meldung sind Eignung, dokumentierte Bestellung und Zustimmung sowie die Aufbewahrung erforderlicher Kopien von Prüfaufzeichnungen in Japan zu klären. Nach der METI-Anleitung darf ein solcher Anbieter ohne ordnungsgemäß bestellten Verantwortlichen die vorgeschriebene PS-Kennzeichnung für diesen Vertriebsweg nicht verwenden.

Vorhandene Nachweise nutzen: Lückenmatrix

Entscheidend ist nicht die Anzahl von Zertifikaten, sondern die Eignung jedes Nachweises für die konkrete Modellversion und japanische Anforderung.

UnterlagenPrüfung der VerwendbarkeitTypische Lücke / Folgeschritt
Stückliste, Schaltpläne, Typenschilder, Fotos und ModellvariantenStimmen Verkaufsartikel, Versorgung, Elektronik und Revision überein?Bei Abweichungen erneut einstufen; ein Familienbericht deckt Varianten nicht zwangsläufig ab.
Normenvergleich und Sicherheits-/EMV-BerichteWurden einschlägige japanische technische Anforderungen oder zulässige Auslegungen abgedeckt?CE-Erklärung und IEC-/CB-Bericht sind nützlich, ersetzen PSE aber nicht automatisch.
Vorhandenes CB-Zertifikat mit PrüfberichtKann die zuständige registrierte Stelle Bericht und japanische Abweichungen für diesen Fall akzeptieren?Zusätzliche Tests sind möglich; eine Übernahme ist nicht garantiert.
Fabrik- und ProduktionsprüfaufzeichnungenProduktionsstätte, Prüfmethode, Loskontrolle und erforderliche Aufbewahrung prüfen.Ein bestandenes Muster ersetzt keine Serienkontrollen und nachvollziehbaren Aufzeichnungen.
Frühere PSE-Unterlagen und KennzeichnungsentwurfArt/Typ, gegebenenfalls Gültigkeit, Inhaber/Zweitschrift, verantwortlichen Betrieb und Zeichen kontrollieren.Ein Werks-, Lieferanten- oder Etikettenwechsel kann die Wiederverwendung ausschließen.

Nachweisübernahme ist eine rechtlich-technische Zuordnung. Bei bestimmten Produkten kann für das Zertifikat des ausländischen Werks eine amtliche Zweitschrift für den Importeur nötig sein; die Einzelheiten klärt die registrierte Stelle. Automatische Anerkennung von CE, CB oder ausländischen Berichten sollte niemand zusagen.

Für die Kennzeichnung muss das tatsächlich meldende Unternehmen feststehen. Bei spezifizierten Produkten sind rautenförmiges PSE-Zeichen, Bezeichnung der registrierten Konformitätsbewertungsstelle und des meldepflichtigen Unternehmens zu prüfen; bei nicht spezifizierten Produkten das runde PSE-Zeichen und die Unternehmensangabe. Hinzu kommen gegebenenfalls produktspezifische technische Pflichtangaben. Das Zeichen allein belegt weder Konformitätsbewertung noch Eigenprüfungen und Dokumentation.

Fünf Beratungsphasen vor Prüfungen oder Meldungen

Die Reihenfolge verhindert unnötige Prüfausgaben vor der Festlegung des Rechtswegs.

  1. Produktaufnahme und Vertriebsbild — Artikel, Datenblätter, Fotos, Einsatz, Japan-Verträge, Hersteller/Importeur und Produktänderungen aufnehmen.
  2. Schriftliche Anwendungsbereichsanalyse — Vorläufige japanische Produktart und Typ oder begründeten Ausschluss mit amtlichen Fundstellen festhalten.
  3. Weg und Pflichten zuweisen — Bestimmte von nicht bestimmten Produkten trennen; Pflichtenträger und ggf. inländischen Verantwortlichen im Direktvertrieb bestimmen.
  4. Nachweislücken und Kostentreiber — Belege als verwendbar, zu verifizieren oder fehlend kennzeichnen; erst danach Prüf-, Stellen-, Werks- und Übersetzungskosten abschätzen.
  5. Geordnete Übergabe und Freigabesperre — Verantwortliche, Kontrollen, Aufzeichnungen, Etikettenfreigabe, Änderungsanlässe und Restfragen vor dem Verkauf festlegen.

Ein belastbares Beratungsergebnis ist ein überprüfbares Entscheidungsdokument mit Maßnahmenplan, keine pauschale Zusage einer „METI-Zulassung in X Tagen“. Externe Labore entlasten den rechtlich verpflichteten Betrieb nicht von seinen Pflichten.

Zwei typische Fehler bei der Einstufung

Gleichstromgerät mit mitgeliefertem Netzteil

Gerät und separates AC/DC-Netzteil können PSE-rechtlich unterschiedlich eingestuft sein. Verkaufseinheit und beide Teile prüfen; das rautenförmige PSE des Netzteils zertifiziert nicht das ganze Gerät.

Importierte Powerbank mit internationalen Berichten

Lithium-Ionen-Akkus bzw. mobile Batterien können eigene Produktarten auslösen. Zuerst Definition, Aufbau und Schwellenwerte prüfen; erst dann fehlende japanische Tests und Aufzeichnungen bestimmen.

Ergebnis der Beratung und Abgrenzung zur Durchführung

Die Beratung endet mit freigegebener Einstufung, Route und Lückenplan. Proben, Laborverfahren und Wiederholungsprüfungen gehören zur Fachseite für Tests; Meldungen, Unterlageneinreichung und operative Abstimmung zum Ausführungsservice. Bei mehreren Vorschriften hilft die allgemeine Japan-Marktübersicht.

Vor Beauftragung einen anonymisierten Einstufungsbericht, Angaben zur Unabhängigkeit bei zusätzlicher Zertifizierungsarbeit und die schriftlich geschuldeten Entscheidungen verlangen. Einen Berater nicht ohne Prüfung als METI oder registrierte Stelle ansehen.

Amtliche Quellen für die Entscheidung

Amtliche japanische Quellen gehen Anbieterwerbung vor. Japanische METI-Leitfäden können neuer als englische Zusammenfassungen sein; bei Produkt- oder Vertriebsänderungen erneut prüfen.

Rechtsverbindliche Pflichten aus Gesetz und Durchführungsregeln sind von METI-Auslegungsbeispielen und Leitfäden, anwendbaren technischen Standards und den einzelfallbezogenen Regeln einer Prüfstelle zur Annahme von CB-Berichten zu unterscheiden. Eine ältere englische METI-Übersicht ersetzt nicht die späteren Regeln zum Direktverkauf aus dem Ausland.

Häufig gestellte Fragen

Ersetzen CE-Kennzeichnung oder CB-Bericht die PSE-Pflichten?

Nicht automatisch. Sie helfen beim Normenvergleich; ob ein CB-Bericht für ein bestimmtes Produkt samt japanischen Abweichungen akzeptiert wird, klärt die registrierte Stelle.

Brauche ich beim direkten Auslandsverkauf an japanische Verbraucher einen Importeur vor Ort?

Nicht zwingend. Seit dem 25. Dezember 2025 kann ein entsprechend qualifizierter Auslandsverkäufer besonderer Importeur mit eigenen Pflichten und inländischem Verantwortlichen sein. Zuerst den Waren- und Vertragsweg klären.

Braucht ein Produkt mit rundem PSE ein staatliches Zertifikat?

Der Weg für nicht bestimmte Produkte enthält keine obligatorische registrierte Konformitätsbewertung wie beim Rauten-PSE. Technik-, Prüf-, Dokumentations- und Kennzeichnungspflichten bleiben bestehen.

Deckt das PSE-gekennzeichnete Netzteil das angeschlossene Gerät ab?

Eine pauschale Übertragung ist unzulässig. Netzteil, Endgerät und relevantes Zubehör einzeln klassifizieren und jeweils Nachweise und Zeichen prüfen.

Darf ein Lieferantenzertifikat nach Werk- oder Modellwechsel weiterverwendet werden?

Nur nach Prüfung von Zertifikatsumfang, Typ, Inhaber/Zweitschrift, Werk und Designänderungen. Rückfrage bei der registrierten Stelle und weitere Bewertungen können nötig sein.

Verantwortlich für die Veröffentlichung: Khachatrian Razmik

Zuletzt aktualisiert: 2026-10-16

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